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Taschenuhr verkaufen.

Eine goldene Taschenuhr ist selten nur Altgold. In vielen Nachlässen liegt sie seit Jahrzehnten in derselben Schublade, das Werk steht, der Deckel trägt eine Widmung. Trotzdem stecken darin zwei getrennte Werte: das Gewicht des Goldgehäuses und, je nach Hersteller, ein Sammlerwert des Werks. Wer beides auseinanderhält, verkauft besser. Diese Seite erklärt, worauf es bei Savonnette, Lépine, Aufzugsart und Uhrkette ankommt und wie die Bewertung abläuft.

Antike goldene Taschenuhr mit Sprungdeckel, Emailzifferblatt und Uhrkette auf blauem Samt
Gehäuse, Werk, Kette

Was eine Taschenuhr wert macht.

Zwei Bauformen begegnen uns beim Ankauf immer wieder. Die Savonnette besitzt einen Sprungdeckel, der das Zifferblatt schützt und sich auf Knopfdruck öffnet; sie galt lange als die elegantere und meist auch schwerere Variante. Die Lépine kommt ohne Deckel über dem Glas aus, Krone und kleine Sekunde liegen bei ihr in einer Achse. Für die Bewertung ist die Bauform kein Selbstzweck: Eine Savonnette bringt schlicht mehr Gehäusegold auf die Waage, während die offene Lépine häufig leichter ausfällt.

Der größte Einzelposten ist bei goldenen Taschenuhren fast immer das Gehäuse. Sprungdeckel, Staubdeckel und Mittelteil können zusammen deutlich mehr wiegen als ein durchschnittlicher Herrenring, bei massiven Savonnetten kommt schnell das Gewicht mehrerer Trauringe zusammen. Entscheidend sind die Punzen im Deckelinneren: 585 oder 750 sagen mehr über den Materialwert als jede Verzierung. Wichtig zu wissen: Werk, Zifferblatt und Glas wiegen mit, gehören aber nicht zum Goldgewicht. Eine seriöse Bewertung rechnet das Gehäuse deshalb getrennt, statt die komplette Uhr auf die Waage zu legen.

Über den reinen Materialwert hinaus kann das Werk die Rechnung drehen. Taschenuhren von A. Lange & Söhne aus Glashütte, von IWC oder Patek Philippe sind Sammlerstücke, bei denen das Gehäusegold zur Nebensache wird. Auch weniger bekannte Manufakturen mit aufwändig dekorierten Werken oder Komplikationen wie einer Viertelrepetition finden ihre Käufer. Ob ein solcher Fall vorliegt, lässt sich von außen nicht immer erkennen: Signaturen auf Werk und Staubdeckel, Werknummern und die Qualität der Feinregulierung geben die entscheidenden Hinweise. Genau deshalb lohnt der Blick des Gutachters, bevor eine Uhr als Altgold eingestuft wird.

Die Aufzugsart verrät viel über das Alter. Uhren mit Schlüsselaufzug, erkennbar am Vierkant auf der Werkrückseite und dem oft beiliegenden Uhrschlüssel, stammen in der Regel aus der Zeit bis etwa 1880. Der Kronenaufzug setzte sich danach durch und dominiert die Taschenuhren des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Für die Einordnung heißt das: Ein Schlüsselaufzug spricht für ein frühes, potenziell interessantes Stück, garantiert aber keinen Sammlerwert. Erst das Zusammenspiel aus Alter, Herkunft und Erhaltung ergibt ein vollständiges Bild.

Häufig wird die Uhrkette gleich mitverkauft, und das zu Recht: Eine goldene Uhrkette bringt ihr eigenes Gewicht mit und ist nicht selten schwerer als das Gehäuse selbst. Karabiner, T-Steg und eventuelle Anhänger werden einzeln geprüft, denn nicht jedes Glied ist zwingend aus demselben Gold. Und der Zustand? Eine stehende Uhr ist kein wertloses Stück. Das Gehäusegold behält seinen vollen Materialwert, unabhängig davon, ob das Werk läuft. Nur beim Sammlerwert spielt die Funktion eine Rolle, und selbst dort entscheidet oft die Substanz, nicht der letzte Service.

Taschenuhr, die Bewertungsgrundlage.
MerkmalWert
GehäuseGoldgewicht nach Punze (585/750), getrennt vom Werk gerechnet
WerkManufaktur, Signatur und Komplikationen als möglicher Sammlerwert
AufzugSchlüsselaufzug bis ca. 1880, Kronenaufzug danach: Altersindiz
UhrketteEigenes Goldgewicht, Glieder und Karabiner einzeln geprüft

So läuft die Bewertung Ihrer Taschenuhr.

Am Anfang genügen zwei Fotos: die Vorderseite mit Zifferblatt und die Rückseite, nach Möglichkeit mit geöffnetem Deckel, damit Punzen, Werksignatur und eventuelle Gravuren sichtbar sind. Senden Sie uns die Bilder, Sie erhalten binnen 24 Stunden eine Rückmeldung mit einer ehrlichen Einordnung: Materialwert, möglicher Sammlerwert oder beides. Wenn Sie vorab Fragen haben oder der Deckel klemmt, erreichen Sie uns telefonisch unter 0201 89074033, dann klären wir gemeinsam, welche Aufnahmen sinnvoll sind.

Marcel Querl ist geprüfter Diamant- und Schmuckgutachter mit rund 20 Jahren Erfahrung und bewertet Taschenuhren grundsätzlich zweigleisig: Erst wird das Gehäuse nach Punze und Gewicht eingeordnet, dann das Werk nach Herkunft, Signatur und Zustand. Fällt eine Uhr in die Sammlerkategorie, wird sie nicht nach Goldpreis abgerechnet, sondern als Ganzes betrachtet. Diese Trennung schützt Verkäufer davor, ein Manufakturwerk versehentlich zum Schmelzwert abzugeben.

Eine stehende Taschenuhr hat ihren Goldwert nie verloren, nur ihr Ticken.

Das Ladenlokal in Essen-Bredeney hat am 30. April 2026 geschlossen, der neue Standort in Mülheim öffnet Ende 2026. Die persönliche Begutachtung ist trotzdem jederzeit möglich: Nach der Foto-Einschätzung vereinbaren wir auf Wunsch einen Termin, bei größeren Konvoluten auch als Hausbesuch. Gerade bei Taschenuhren mit Kette, Schlüssel und Etui ist das oft der einfachste Weg, alles in Ruhe gemeinsam prüfen zu lassen.

Ein Wort zur Vorbereitung: Lassen Sie eine stehende Uhr vor dem Verkauf nicht auf eigene Faust öffnen oder ölen. Unsachgemäße Eingriffe hinterlassen Kratzer an Deckelrand und Werk, und genau dort schauen Käufer hin. Auch das Polieren des Gehäuses ist gut gemeint, trägt aber Gold ab und verwischt Punzen. Am meisten hilft, was ohnehin schon da ist: Originaletui, Uhrschlüssel, alte Rechnungen oder Reparaturbelege erzählen die Geschichte des Stücks und stützen die Einordnung.

Wenn Sie sich vorab einlesen möchten: Der aktuelle Goldpreis zeigt die Basis für den Materialwert, unsere Übersicht zum Uhrenankauf ordnet Taschenuhren neben Armbanduhren ein, und wer zusätzlich eine moderne Uhr abgeben möchte, findet unter Rolex verkaufen die Details. Stammt die Uhr aus einem Nachlass, lohnt der Blick auf Erbschmuck verkaufen und auf unseren Leitfaden zum Datieren von Antikschmuck.

Fragen zum Taschenuhr-Verkauf.

Was ist bei einer goldenen Taschenuhr mehr wert, Gehäuse oder Werk?

In den meisten Fällen das Gehäuse, denn Sprungdeckel und Staubdeckel bringen zusammen ein erhebliches Goldgewicht auf die Waage. Bei Manufakturen wie A. Lange & Söhne, IWC oder Patek Philippe kann das Werk den Goldwert jedoch deutlich übersteigen. Deshalb prüfen wir beides getrennt, bevor eine Zahl genannt wird.

Meine Taschenuhr läuft nicht mehr. Lohnt sich der Verkauf trotzdem?

Ja. Der Materialwert des Goldgehäuses bleibt vollständig erhalten, egal ob das Werk läuft oder steht. Nur für einen möglichen Sammlerwert spielt der Zustand des Werks eine Rolle. Lassen Sie die Uhr vor dem Verkauf nicht reparieren, das lohnt sich wirtschaftlich fast nie und birgt Risiken.

Woran erkenne ich, ob meine Uhr eine Savonnette ist?

Eine Savonnette hat einen festen Sprungdeckel, der das Zifferblatt komplett bedeckt und sich per Drücker öffnet. Liegt das Zifferblatt frei unter dem Glas, handelt es sich um eine Lépine. Für den Verkauf ist das vor allem eine Gewichtsfrage: Der zusätzliche Deckel der Savonnette bedeutet mehr Gold.

Wie wird der Materialwert berechnet?

Feingewicht des Edelmetalls mal aktuellem Tageskurs. Den Gramm-Kurs zeigt Goldpreis heute, Ihr konkretes Stück rechnet der Goldwert-Rechner. Gefasste Steine bewerten wir separat, siehe Diamantpreis.

Zählt die Uhrkette beim Verkauf mit?

Ja, und oft mit überraschendem Anteil: Eine goldene Uhrkette kann schwerer sein als das Gehäuse selbst. Sie wird separat gewogen und nach ihrer eigenen Punze abgerechnet, denn Kette und Uhr stammen nicht immer aus derselben Legierung. Auch Karabiner, T-Steg und Anhänger fließen einzeln in die Bewertung ein.

Wie alt ist eine Taschenuhr mit Schlüsselaufzug?

Der Schlüsselaufzug war bis etwa 1880 verbreitet, danach setzte sich der Kronenaufzug durch. Eine Uhr mit Vierkant auf der Werkrückseite stammt also in der Regel aus der Mitte oder der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das genaue Alter ergibt sich aus Werknummer, Punzen und Bauweise zusammen.

Kann ich die Taschenuhr auch ohne Ausweis schätzen lassen?

Die Schätzung selbst ist ohne Ausweis möglich, etwa per Foto oder bei einem Termin. Kommt es zum Verkauf oder zur Vermittlung, ist die Vorlage eines gültigen Personalausweises immer Pflicht, auch bei kleinen Beträgen. Das schützt beide Seiten und ist bei uns Hausregel ohne Ausnahme.

Ihre Taschenuhr fair bewerten lassen.

Foto von Vorder- und Rückseite genügt. Wir bewerten Material-, Stein- und Sammlerwert getrennt und melden uns binnen 24 Stunden.

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