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Platinschmuck verkaufen.

Platin ist das schwerste der klassischen Schmuckmetalle und zugleich das unauffälligste: Es glänzt grauweiß, läuft nicht an und trägt seine Punze oft versteckt. Wer Platinschmuck verkaufen möchte, sollte deshalb zuerst klären, was tatsächlich vorliegt: Pt950, 900er Platin oder doch Weißgold. Marcel Querl, geprüfter Diamant- und Schmuckgutachter mit rund 20 Jahren Erfahrung, prüft Punze, Dichte und Fassung und nennt Ihnen einen nachvollziehbaren Preis.

Platinschmuck, Ring mit Diamant, Art-déco-Brosche und Kette auf blauem Samt
Punzen, Dichte, Legierung

Woran Sie Platin sicher erkennen.

Die wichtigste Spur ist die Punze. Pt950 oder schlicht 950 bedeutet: 950 von 1000 Teilen sind reines Platin, der Rest besteht meist aus Kupfer, Ruthenium oder Kobalt. Daneben existieren 900er Legierungen, vor allem an älteren Stücken, sowie die Buchstabenpunze PLAT oder PLATINUM an Schmuck aus englischer und amerikanischer Fertigung. Die Stempel sitzen an Ringschienen innen, an Ketten am Verschluss und an Broschen auf der Rückseite der Nadelmechanik. Eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung reicht in den meisten Fällen, um sie zu lesen.

Fehlt die Punze oder ist sie abgerieben, hilft die Physik. Platin ist deutlich dichter als Gold: Ein Ring aus Pt950 wiegt bei identischer Form spürbar mehr als derselbe Ring aus 750er Weißgold. Wer zwei ähnliche Ringe nebeneinander in der Hand hält, bemerkt den Unterschied oft schon ohne Waage. Für die Bewertung messen wir das genauer: Über Gewicht und Volumen lässt sich die Dichte bestimmen, und die ordnet das Metall zuverlässig ein, auch wenn jede Kennzeichnung fehlt.

Auch in der Verarbeitung unterscheidet sich Platin. Sein Schmelzpunkt liegt weit über dem von Gold, weshalb Goldschmiede es mit anderer Technik und anderem Werkzeug löten und gießen. Das erklärt, warum Platinfassungen oft feiner und zugleich stabiler gearbeitet sind als vergleichbare Goldfassungen: Das Metall erlaubt sehr zarte Krappen, die trotzdem dauerhaft halten. Für Sie als Verkäufer heißt das: Eine filigrane, präzise gearbeitete Fassung ist ein Indiz, das den Verdacht auf Platin stützt, aber erst Punze und Dichte machen daraus Gewissheit.

Die häufigste Verwechslung betrifft Weißgold. Rhodinierte Weißgoldringe sehen Platin auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, tragen aber die Punze 585 oder 750 und sind leichter. Silber wiederum ist noch leichter, weicher und läuft mit der Zeit dunkel an; ein 925er Stempel schließt Platin aus. Verlassen Sie sich nicht auf die Farbe allein: Alle drei Metalle wirken im Neuzustand weißgrau. Die Kombination aus Stempel und Gewicht klärt fast jeden Fall, den Rest übernimmt die Prüfung beim Gutachter.

Ein praktischer Vorzug zeigt sich am getragenen Stück: Platin läuft nicht an und braucht keine Rhodinierung, die nachgearbeitet werden müsste. Kratzer verdrängen das Metall nur, statt es abzutragen, weshalb alte Platinringe kaum an Substanz verlieren und ihre Gravuren oft erstaunlich klar erhalten sind. Diese matte, gleichmäßig gealterte Oberfläche, Fachleute sprechen von Patina, ist kein Mangel. Sie muss vor dem Verkauf auch nicht aufpoliert werden: Für die Bewertung zählen Feingehalt, Gewicht und der Zustand der Fassungen, nicht der Spiegelglanz.

Platin-Punzen, die Bewertungsgrundlage.
MerkmalWert
Pt950 / 950Heutiger Standard für Platinschmuck, 95 Prozent Feingehalt
900 / Pt900Ältere Legierung, häufig an Stücken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
PLAT / PLATINUMBuchstabenpunze aus englischer und amerikanischer Fertigung
Keine PunzeDichtemessung bei der Begutachtung ordnet das Metall zuverlässig ein

Wie wir Platinschmuck bewerten.

Der erste Blick gilt dem Material. Feingehalt und Gewicht ergeben zusammen mit dem tagesaktuellen Kurs den Schmelzwert, die untere Grenze jedes Angebots. Beim Platin lohnt der Blick auf den Kurs besonders: Er bewegt sich unabhängig vom Goldpreis, lag im Lauf der Jahre mal darüber und mal darunter und reagiert stark auf die Nachfrage der Industrie. Ein Verkaufszeitpunkt, der beim Gold günstig erscheint, kann beim Platin also anders aussehen. Deshalb rechnen wir beide Werte grundsätzlich getrennt und legen Ihnen die Rechnung offen.

Der klassische Fall im Ankauf ist die Art-déco-Fassung: Platin mit Diamanten im Alt- oder Übergangsschliff, oft als Ring, Brosche oder Ohrschmuck aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Hier wäre der reine Schmelzwert eine grobe Fehleinschätzung. Die Steine bewerten wir getrennt nach den vier C, also Karat, Farbe, Reinheit und Schliff, und die Fassung selbst kann als erhaltenes Zeitdokument einen eigenen Sammlerwert tragen. Erst die Summe aus Metall, Steinen und Erhaltungszustand ergibt ein faires Angebot.

Beim Platin zählen zwei Rechnungen: der Kurs des Metalls und der Wert dessen, was darin gefasst ist.

Der Ablauf bleibt bewusst einfach. Sie senden ein Foto von Vorder- und Rückseite, gern mit einer Nahaufnahme der Punze, und erhalten binnen 24 Stunden eine Rückmeldung mit erster Einschätzung. Auf Wunsch folgt die Begutachtung vor Ort oder ein Hausbesuch nach Termin, telefonisch erreichen Sie uns unter 0201 89074033. Unser Ladenlokal in Essen-Bredeney hat am 30. April 2026 geschlossen, der neue Standort in Mülheim öffnet Ende 2026; bis dahin kommen wir gern zu Ihnen.

Wenn Sie sich vorab orientieren möchten: Den aktuellen Platinpreis und die Kurse der anderen Metalle finden Sie unter Edelmetall-Preise. Trägt Ihr Stück Diamanten, lohnt der Blick auf unseren Diamanten-Ankauf, bei Fassungen aus den zwanziger Jahren auf Art-déco-Schmuck verkaufen. Und wer neben Platin auch Goldstücke abgeben möchte, findet unter Goldschmuck verkaufen den passenden Einstieg.

Fragen zum Platinschmuck-Verkauf.

Woran erkenne ich, ob mein Ring aus Platin oder Weißgold ist?

Prüfen Sie zuerst die Punze an der Innenseite der Ringschiene: Pt950, 950 oder 900 sprechen für Platin, 585 oder 750 für Weißgold. Platin ist zudem deutlich schwerer, ein baugleicher Ring liegt spürbar satter in der Hand. Bleibt es unklar, klärt eine Dichtemessung bei der Begutachtung das Metall zuverlässig.

Was bedeutet die Punze Pt950?

Pt950 heißt, dass 950 von 1000 Gewichtsteilen reines Platin sind, der Rest sind Beimetalle wie Kupfer, Ruthenium oder Kobalt. Es ist der heute übliche Standard für Platinschmuck. Ältere Stücke tragen häufig die Punze 900, englische und amerikanische Arbeiten oft die Buchstabenpunze PLAT oder PLATINUM.

Ist Platin mehr wert als Gold?

Nicht automatisch. Der Platinkurs bewegt sich unabhängig vom Goldkurs und lag im Lauf der Jahre mal darüber, mal darunter, weil die industrielle Nachfrage eine große Rolle spielt. Für Ihr Angebot zählt der Kurs am Tag der Bewertung, dazu Feingehalt, Gewicht und gegebenenfalls der Wert gefasster Steine.

Wie wird der Materialwert berechnet?

Feingewicht des Edelmetalls mal aktuellem Tageskurs. Den Gramm-Kurs zeigt Goldpreis heute, Ihr konkretes Stück rechnet der Goldwert-Rechner. Gefasste Steine bewerten wir separat, siehe Diamantpreis.

Werden Diamanten in der Platinfassung mitbezahlt?

Ja, und zwar getrennt vom Metall. Wir bewerten gefasste Diamanten nach Karat, Farbe, Reinheit und Schliff und rechnen ihren Wert zum Platinwert hinzu. Gerade bei Art-déco-Fassungen mit Steinen im Altschliff wäre ein reiner Schmelzpreis eine deutliche Unterbewertung, deshalb gehört die Steinprüfung fest zur Begutachtung.

Muss ich Platinschmuck vor dem Verkauf polieren lassen?

Nein. Platin läuft nicht an, und die matte Tragespur, die sich über Jahre bildet, mindert den Wert nicht. Für die Bewertung zählen Feingehalt, Gewicht und der Zustand der Fassungen. Eine Politur kostet Sie Geld und nimmt feinen Gravuren im Zweifel sogar Substanz.

Kann ich Platinschmuck auch anonym verkaufen?

Eine Schätzung ist ohne Ausweis möglich. Sobald es zum Verkauf oder zur Vermittlung kommt, ist die Vorlage eines gültigen Personalausweises immer Pflicht, auch bei kleinen Beträgen. Das schützt beide Seiten und ist bei uns Hausregel ohne Ausnahme. Ihre Daten behandeln wir selbstverständlich vertraulich.

Platin fair bewerten lassen.

Foto von Vorder- und Rückseite genügt. Wir bewerten Material-, Stein- und Sammlerwert getrennt und melden uns binnen 24 Stunden.

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