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Kronjuwelier·Über mich

Marcel: der Bewerter hinter Kronjuwelier.

Seit rund zwei Jahrzehnten bewerte ich Schmuck, Diamanten, Edelsteine und Bernstein. TV-bekannt aus NDR, Spiegel TV, Sat.1 und RTL 2, portraitiert in der NDR-Doku „Die Bernstein-Connection“. Mitglied der International Amber Association. Aber das, was zählt, passiert nicht vor der Kamera, sondern unter der Lupe.

Marcel Querl prüft mit der Juwelierslupe ein Brillant-Collier in seinem Showroom, Seitenprofil im warmen Abendlicht Punze, Patina, Provenienz, das Stück zuerst sehen, dann das Material wiegen.
Bekannt aus
TV, NDR · RTL
Praxis
Rund 20 Jahre am Stück
Spezialgebiet
Edelsteine & Bernstein
Prinzip
Bewerter, nicht Verkäufer
Wer ich bin

Ein Bewerter, kein Verkäufer.

Mein Name ist Marcel Querl. Ich führe Kronjuwelier seit rund zwei Jahrzehnten und beschäftige mich seit rund 20 Jahren mit Schmuck, Edelmetallen, Edelsteinen und Bernstein, zuerst als Lernender, dann als Händler, heute hauptsächlich als Bewerter mit internationalen Lieferantenbeziehungen.

Ich bin in einem Beruf gelandet, der mit Vertrauen steht und fällt. Wer mir ein Brillant-Collier der Großmutter über den Tisch schiebt, einen geerbten Cartier-Tank oder eine Schatulle mit fremden Punzen, gibt mehr ab als Material, oft eine ganze Familiengeschichte. Mein Job ist, dieser Geschichte gerecht zu werden, bevor die Waage spricht. Das ist der Kern dessen, was ich unter Bewerten verstehe: erst sehen, dann wiegen.

Mein Schwerpunkt liegt auf vier Feldern: Edelsteine: Rubin, Saphir, Smaragd, sowie die seltenen Stein-Familien Paraiba und Padparadscha; Bernstein in seiner ganzen Bandbreite vom baltischen Küstenfund bis zur dominikanischen Inklusen-Ware; Antikschmuck von Empire über Biedermeier, Jugendstil und Art déco bis Mid-Century; und Markenstempel der großen Häuser, Cartier, Bulgari, Tiffany, Wellendorff, Niessing, Schaffrath. Dazu, weil es niemand sonst gern übernimmt: die Erbschaftsbewertung. Drei Geschwister, eine Schatulle, kein Streit, das ist ein eigenes Handwerk, und ich nehme es genauso ernst wie die Diamant-Bewertung nach 4 Cs.

Bekannt geworden bin ich auch durch Fernsehauftritte bei NDR, Spiegel TV (RTL), Sat.1 und RTL 2, Beiträge zu Schmuck-Bewertung, Edelmetall-Markt und Antik-Themen. Mit dem NDR entstand 2015 die Doku „Die Bernstein-Connection“ in der Reihe die nordstory. Das Fernsehen ist Schaufenster, nicht Werkbank. Der eigentliche Beruf passiert am Tisch, mit Lupe, Refraktometer, XRF und einer ruhigen Stunde Zeit pro Stück.

Ich gehöre zu den wenigen aktiven Edelstein- und Bernstein-Experten in Deutschland mit gewachsenem internationalen Netzwerk, von baltischen Bernstein-Schleifereien über Schweizer Labore wie GRS und Gübelin bis zu Edelstein-Händlern in Mogok, Jaipur und Bogotá. Diese Verbindungen sind kein Eintrag im Lebenslauf, sondern Werkzeug: bei einem unklaren Saphir, einem fragwürdigen Smaragd oder einem Bernstein mit ungeklärter Herkunft entscheidet das Netzwerk, nicht der Katalog.

„Bei einem Stück Schmuck zuerst nach dem Stempel zu greifen, ohne die Geschichte des Stücks zu sehen, das ist der häufigste Fehler im Goldankaufs-Markt.“Marcel Querl
Bekannt aus TV-Auftritten
NDRSpiegel TVRTLSat.1RTL2
NDR · die nordstory · 2015, „Die Bernstein-Connection“
Werdegang

Zwei Jahrzehnte: am Stück.

Kein Quereinstieg, kein Nebenjob. Ich bin in den Beruf hineingewachsen, habe in zwei Jahrzehnten den Wechsel von der Werkstattbank an den Bewertungstisch vollzogen, und dabei nie aufgehört, hinzu­zulernen. Ein knapper, ehrlicher Lebenslauf.

Wer einen Bewerter beauftragt, hat ein Recht zu wissen, woher dieser Bewerter kommt. Im Goldankaufs-Markt wechseln Marktteilnehmer schneller als Jahreszeiten, ein bisschen Erfahrung im Pfandhaus, eine Anzeige im Wochenblatt, schon hängt das Schild „Goldankauf“ an der Tür. Bei mir ist es anders gelaufen, und das ist kein Verdienst, sondern Nüchternheit: zwei Jahrzehnte, ohne Branchenwechsel, ohne Pause. Hier die Stationen, soweit sie für ein Über-mich-Profil relevant sind.

  • Mittlere 2000er, Einstieg Erste Schmuck- und Edelmetall-Praxis im Ruhrgebiet Beginn der Beschäftigung mit Schmuck, Edelmetallen und antiquarischer Ware. Die ersten Jahre sind die, in denen man lernt, was man nicht weiß, insbesondere im Umgang mit historischer Substanz, Punzen und Provenienzfragen. Erste eigene Anlaufstelle für private Ankäufe und Schätzungen.
  • Späte 2000er, Spezialisierung Fokus auf Edelsteine, Diamanten, Bernstein Schritt von der reinen Materialbewertung hin zur Stein-Beurteilung. Aufbau erster Kontakte in den Baltikum-Bernsteinhandel und systematische Auseinandersetzung mit Refraktometer-Praxis, Spektroskopie, Behandlungs­erkennung. Beginn der Kooperation mit externen Laboren für Diamant- und Farbedelstein-Zertifikate.
  • Anfang 2010er, Internationales Netzwerk Reisen, Lieferanten, Messen Aufbau direkter Lieferanten­beziehungen außerhalb Deutschlands: persönliche Reisen ins Baltikum zu Bernstein-Schleifereien in Polen, Litauen und im ehemaligen Samland; Edelstein-Händler in Jaipur, auf burmesischer Seite (Mogok-Material) und in Bogotá über etablierte Mittelsmänner und gewachsene Lieferanten-Netzwerke. Asien habe ich nicht selbst bereist, das Vertrauens­netzwerk dort ist über Jahre gewachsen, nicht erflogen. Was heute den Unterschied macht: persönlich gekannte Bezugsquellen statt anonyme Lieferketten.
  • 2015, NDR-Doku „Die Bernstein-Connection“ in der Reihe die nordstory Das NDR-Filmteam portraitierte mich als einen der wenigen aktiven Bernstein-Experten Deutschlands. Die Doku beleuchtete den Markt zwischen baltischer Küste, polnischen Schleifereien und deutschen Endkunden, sowie die typischen Stolperfallen, an denen Privatpersonen ihr Geld verlieren: Pressbernstein, Kopal-Verwechslungen, überzüchtete Inklusen.
  • Mitte 2010er bis heute, Bewertungspraxis Schwerpunktverlagerung: vom Handel zur Bewertung In den vergangenen Jahren hat sich mein Tätigkeitsschwerpunkt spürbar verschoben, weg vom klassischen Ankaufs-Tag und Schaufenster-Geschäft, hin zu detaillierten Einzel-Bewertungen, Nachlass-Begleitungen und der Beratung anderer Händler bei schwierigen Stücken. Die TV-Präsenz lief in dieser Phase parallel weiter.
  • 2026, Übergangsphase Bredeney geschlossen, Mülheim in Vorbereitung Das bisherige Ladengeschäft in Essen-Bredeney wurde am 30. April 2026 geschlossen. Die Neueröffnung in Mülheim an der Ruhr ist für Ende 2026 vorgesehen. Bewertungen erfolgen aktuell per Foto-Upload, telefonisch nach Termin oder als Hausbesuch bei größeren Beständen.

Was in dieser Liste fehlt, ist Absicht: ich nenne keine Mentorennamen ohne Absprache, keine Lehrwerkstätten ohne Erlaubnis. Der Goldankaufs-Markt ist klein, und Diskretion ist Respekt vor den Menschen, von denen man gelernt hat. Wer eine vollständige Vita für Gerichts- oder Versicherungszwecke braucht, bekommt sie auf Anfrage als formales Dokument.

NDR-Doku · 2015

Die Bernstein-Connection.

Wie eine Fernsehdoku einen Markt sichtbar machte, der jahrzehntelang im Schatten lag, und warum ich Bernstein bis heute für das ehrlichste Material im Schmuckhandel halte.

Bernstein ist mein zweiter Schwerpunkt, und ein Material, das in Deutschland erstaunlich wenige Sachkundige bedienen. 2015 portraitierte der NDR meine Arbeit in der Reihe die nordstory unter dem Titel „Die Bernstein-Connection“. Auch Spiegel TV (RTL) hat mich als Schätzer eingebunden. Fernsehen ist Schaufenster, nicht Werkbank, aber es hat geholfen, einen Markt sichtbar zu machen, der für Endverbraucher meist verschlossen bleibt.

Bernstein ist das einzige Material in meiner Praxis, das warm ist, wörtlich und im übertragenen Sinn. Er hält sich bei Körpertemperatur angenehmer an als jeder Stein, er riecht beim Erwärmen nach Kiefernharz, und er erzählt Geschichten, die kein Diamant erzählen kann: eingeschlossene Mücken, Pollen, Luftblasen aus dem Eozän, 40 bis 50 Millionen Jahre alt. Gleichzeitig ist er das am stärksten gefälschte Naturmaterial im europäischen Schmuckmarkt: Pressbernstein aus geschmolzenen Resten, Kopal als zu junges Verwandt­material, Kunstharze mit eingegossenen Industrie-Insekten.

Das Bernsteinmobil.

Bis 2018 betrieb ich das Bernsteinmobil als mobile Anlaufstelle für Begutachtung und Ankauf von Bernstein und Bernsteinschmuck. Heute lebt das Projekt unter der Domain bernsteinmobil.de weiter, über 10.000 kostenfreie Schätzungen habe ich seitdem anhand von Fotos durchgeführt, mündlich und schriftlich. Immer transparent, immer ohne Druck, immer ohne „Witzpreise“: niemand wird mit einem 200-Euro-Angebot nach Hause geschickt, wenn das Stück am Markt das Zehnfache wert ist. Genau diese Unterbewertung, besonders bei älteren Verkäufern, ist der Punkt, an dem mein Beruf anfängt: Schutz vor Anbietern, die fehlende Marktkenntnis als Verhandlungs­hebel nutzen.

Spezialgebiet: antiker deutscher Bernsteinschmuck.

Mein Fokus liegt auf antikem deutschen Bernsteinschmuck, Rohbernstein aus deutschen Fundstellen und Objekten der ehemaligen Staatlichen Bernstein-Manufaktur Königsberg. Diese Manufaktur war von 1926 bis 1945 die wichtigste Adresse für kunsthandwerklich verarbeiteten Bernstein in Europa, ihre Stücke tauchen heute in Erbschaften und Nachlässen auf, oft verkannt. Ich bin Mitglied der International Amber Association und vermittle deutsches Bernstein-Material über die Bernsteinmesse in Danzig und vergleichbare Fachforen an internationale Sammler.

„Bernstein ist 40 Millionen Jahre alt, aber der Markt drumherum verhält sich oft, als sei er über Nacht entstanden. Genau dort wird es interessant.“Marcel Querl

Wer die Doku sucht: NDR-Archiv, Reihe die nordstory, Erstausstrahlung 2015.

Edelsteine weltweit

Vier Kontinente, ein Bewertungstisch.

Edelstein-Bewertung lebt von Bezugsquellen. Wer einen burmesischen Rubin nie selbst in Mogok-Erde gesehen hat, hat es schwerer, den Unterschied zu einem thailändisch behandelten Vergleichsstein zu erkennen. Hier die Regionen, in denen mein Netzwerk über Jahre gewachsen ist.

Edelsteine sind das einzige Schmuck­material, bei dem Herkunft und Behandlung den Wert um den Faktor zehn oder mehr verschieben können. Ein burmesischer „Pigeon-Blood“-Rubin aus dem Mogok-Tal ist kein technisches Synonym für einen thailändisch erhitzten Rubin gleicher Karat-Zahl, er ist ein anderes Material, mit anderem Preis, anderer Liquidität und anderer Geschichte. Wer hier bewertet, muss die Region kennen. Nicht aus dem Buch, sondern aus dem Lieferanten­gespräch.

Mogok · Myanmar

Rubin · Padparadscha

Mein wichtigster Bezug für unbehandelte Rubine kommt über einen Mittelsmann aus dem Mogok-Tal. Mogok-Material zeigt unter dem Mikroskop charakteristische „Seide“ (Rutil-Nadeln), die einen unerhitzten Stein verraten, bevor das Labor es bestätigt. Der Preis­unterschied zwischen „Burma unerhitzt“ und „Burma erhitzt“ kann das Vierfache betragen.

Ratnapura · Sri Lanka

Saphir · Padparadscha · Mondstein

Ceylon-Saphire sind in der deutschen Endkundenpraxis das häufigste asiatische Farbedelstein-Material. Mein Bezug läuft über Schleifereien in Ratnapura und Beruwala, klassische, jahrhunderte­alte Handelsorte. Die Padparadscha-Varietät kommt typischerweise von dort.

Muzo & Chivor · Kolumbien

Smaragd

Muzo-Material mit dem klassischen „Garten“-Einschluss­bild, Chivor-Smaragde mit dem kühleren, blaustichigen Grün. Bezug über einen Bogotá-Mittelsmann. Bei kolumbianischem Material ist die Behandlungs-Frage entscheidend, relevant ist, mit welchem Material und in welchem Ausmaß.

Jaipur · Indien

Edelstein-Handel · Schleif­arbeit

Jaipur ist nicht Herkunft, sondern Drehscheibe: hier wird der weltweite Farbedelstein-Handel umgeschlagen. Bei Verdacht auf Synthese, Diffusion oder Doublette ist Jaipur oft die erste Adresse für Hintergrund-Recherche.

Idar-Oberstein · Deutschland

Schleif­tradition · Labore

Die deutsche Edelstein-Hauptstadt im Hunsrück ist meine nächste Adresse für Schleif- und Prüf­arbeiten. Für Bewertungen nutze ich regelmäßig den Service von DPL Idar-Oberstein sowie internationaler Top-Labore, GIA, HRD und die Schweizer Häuser Gübelin, SSEF und GRS. Welches Labor sinnvoll ist, hängt vom Stein und vom Verwendungszweck ab.

Tucson · Arizona, USA

Jahres-Messe · Marktbeobachtung

Die Tucson Gem & Mineral Show im Februar ist der globale Edelstein-Marktplatz. Was dort an Material auftaucht und zu welchem Preis, das taucht sechs bis zwölf Monate später in deutschen Wohnzimmern auf.

Diese Regionen sind nicht vollständig, Madagaskar, Mosambik, Australien (Opal), Brasilien (Paraiba) könnten ergänzt werden. Aber die Logik bleibt: lieber fünf Lieferanten persönlich kennen als fünfzig nur aus dem Katalog. Das ist der Unterschied zwischen Händler und Bewerter, und der Grund, warum ich bei zweifelhaften Steinen schnell sagen kann: Das ist kein Burma, das ist kein Muzo, das ist kein unerhitzter Saphir.

Werkstatt & Methodik

Erst das Stück. Dann das Material.

Jedes Schmuckstück bekommt bei mir mindestens drei Bewertungs-Ebenen, bevor eine Zahl ausgesprochen wird. Material ist die Untergrenze, nicht der Ausgangspunkt.

Der schnellste Weg, Schmuck zu unterbewerten, ist die Waage. Goldgewicht mal Tageskurs, Diamant pauschal, fertig. So funktionieren Hotel-Ankäufer und Wochenend-Aktionen im Vorort-Café. Bei Kronjuwelier sieht der Weg anders aus. Ich prüfe in dieser Reihenfolge:

  • 1. Punze und ProvenienzWelche Marke, welches Land, welche Epoche? Eine Cartier-Punze mit passender Seriennummer verändert den Wert um den Faktor zehn gegenüber dem reinen Materialwert. Falsche Punzen erkenne ich an Schriftbild, Tiefe und Position, nicht jeder gepunzte Cartier-Ring ist ein Cartier-Ring.
  • 2. Handwerk und ZustandWie ist die Fassung gearbeitet, Krappe einzeln gesetzt oder Serienanfertigung? Sind Steine original oder ersetzt? Hat das Stück Patina im positiven Sinn (Antik) oder Verschleiß im negativen (Bruch)? Das entscheidet, ob ein Stück als Schmuck weitergeht oder im Schmelztiegel landet.
  • 3. Stein-BewertungDiamanten nach 4 Cs, Carat, Color, Clarity, Cut. Farbedelsteine mit Herkunfts- und Behandlungs-Fokus. Lose Steine getrennt von der Fassung gewogen und beurteilt; bei besonders großen oder ungewöhnlichen Steinen empfehle ich ein externes Labor-Zertifikat, bevor wir reden.
  • 4. Material als UntergrenzeErst jetzt kommt die XRF-Analyse oder die klassische Säure-Probe ins Spiel. Der Materialwert ist die Zahl, unter die der Preis nicht fallen darf, nicht die Zahl, an die er sich anlehnt.
  • 5. Markt-RealitätWas bezahlen Sammler heute? Was zahlen Häuser wie Sotheby’s oder die deutschen Auktionatoren für vergleichbare Stücke? Diese Recherche kostet Zeit, aber sie ist der Grund, warum bei mir ein Wellendorff-Collier nicht als Goldbruch endet.

Die Instrumente am Tisch.

Eine Bewertung ist nur so gut wie die Werkzeuge, mit denen sie gemacht wird, und so kritisch wie die Person, die sie führt. Mein Bewertungstisch ist bewusst klassisch ausgestattet: zuverlässige Instrumente, die ich jahrelang im Griff habe, statt teurer Geräte, die mehr versprechen als sie halten. Was Sie bei mir konkret sehen werden:

10×-Juwelierslupe

Triplet-optisch, achromatisch. Punzen, Krappen, Einschlüsse, Klebenahte, 90 Prozent meiner Erstdiagnosen fallen hier.

Spezial-Mikroskop

Für alles, was die Lupe nicht auflöst: Stein-Einschlüsse, Behandlungs-Spuren, Synthese-Hinweise. Mit Dunkelfeld-, Hellfeld- und Polarisations­optik.

Refraktometer

Brechungsindex-Messung, bei Farbedelsteinen die schnellste Methode, Glas, Synthese oder echtes Material zu unterscheiden. Bei Bernstein ergänzt durch Dichte-Prüfung in Salzwasser.

UV-Lampe (kurz- und langwellig)

Diamanten, Edelsteine und Bernstein zeigen unter UV charakteristische Fluoreszenzen, relevant zur Pressbernstein-Erkennung und als Hinweis auf Smaragd-Behandlung.

XRF-Spektrometrie

Punzen sind ein Versprechen, XRF ist ein Beweis. Röntgenfluoreszenz misst Edelmetall-Anteile zerstörungsfrei und legt fest, ob 750 wirklich 750 ist.

Diamant- und Moissanit-Tester

Doppeltester: Wärmeleitfähigkeit plus elektrische Leitfähigkeit, wichtig, weil reine Wärme-Tester Moissanit als Diamant durchlassen würden.

Diese fünf bis sieben Prüfschritte dauern, je nach Komplexität, zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde pro Stück. Dafür bekommen Sie eine Zahl, die ich begründen kann, und einen Beleg, den Sie mitnehmen. Wenn Sie am Ende nicht verkaufen, ist die Beratung trotzdem kostenfrei, ein Bewerter, der nur dann redet, wenn der Vertrag unterschrieben wird, ist kein Bewerter.

Diskretion am Tisch.

Bewertungen sind oft persönlich. Eine Erbschaft, eine Scheidung, eine finanzielle Engpass-Situation, die niemand im Bekanntenkreis wissen soll. Bei mir gilt seit zwei Jahrzehnten dieselbe Regel: was am Tisch gesehen und gesagt wird, bleibt am Tisch. Keine Fotos ohne Erlaubnis, keine Namen in Beispielen, keine Stunden­berichte an Dritte. Wer eine schriftliche Verschwiegenheits­erklärung will, bekommt sie. Wer sie nicht braucht, bekommt sie auch ohne Unterschrift.

Werte & Philosophie

Der Stein verkauft sich selbst, wenn man ihn versteht.

Vier Grundsätze, an denen sich mein Tag orientiert. Sie klingen alt­modisch, weil sie es sind, und genau deshalb funktionieren sie.

Vertrauen entsteht nicht durch Werbe­texte, sondern durch wiederholte Erfahrung. Wer mit mir einmal am Tisch gesessen hat, weiß, dass meine Arbeitsweise weniger mit Verkauf zu tun hat als mit Erklären. Vier Prinzipien, die das tragen:

  • Bewerter, nicht Verkäufer.Ich verkaufe Ihnen nichts, ich erkläre Ihnen, was Sie haben. Ein Verkäufer hat ein Interesse daran, dass Sie unterschreiben. Ein Bewerter hat ein Interesse daran, dass Sie verstehen. Das sind zwei verschiedene Berufe, und ich habe mich vor langer Zeit für den zweiten entschieden.
  • Echtheit vor Höflichkeit.Wenn der ererbte „Smaragd der Großmutter“ sich als Glas herausstellt, sage ich das, klar, sachlich, ohne Ironie. Höflichkeit, die Wahrheit verschweigt, kostet den Kunden später mehr als ein ehrliches Wort am Bewertungstisch.
  • Marktwert-Realismus.Ich nenne Zahlen, die ich auch ausbezahlen kann. Keine Schock-Erstgebote, die am Folgetag halbiert werden. Ein realistisches Angebot ist eine Form von Respekt, vor Ihrer Zeit und vor meinem Wort.
  • Kein Hard-Sell, keine Frist-Spiele.Sie bekommen eine Bewertung, einen Beleg und Zeit. Zwei Wochen Überlegen ist normal; ein Monat ist auch normal. Mein Angebot gilt mit fairer Frist, ohne „nur heute“ und ohne Schock-Anruf am Folgetag.
  • Was Sie von mir nicht bekommen.

    Markenfragen werden ehrlicher, wenn man sie auch negativ stellt. Vier Dinge, die bei mir nicht passieren, und die Sie an anderer Stelle im Ankaufs-Markt häufig finden:

    • Kein Hotel-Goldankauf.Ich miete keine Tagungsräume in Wuppertal oder Bochum, ich tauche nicht in Anzeigenblättern mit „Heute! Nur heute!“ auf. Wer auf der Durchreise ankauft, kann sich keine 45 Minuten pro Stück leisten, und genau das ist der Punkt.
    • Kein Verkaufsdruck.Sie bekommen eine Bewertung, einen Beleg und Zeit. Wenn Sie zwei Wochen überlegen wollen, überlegen Sie zwei Wochen.
    • Keine Schock-Preise.Sie hören keine ersten Zahlen, die ich am Ende halbieren müsste. Was ich nenne, kann ich auch ausbezahlen.
    • Keine Kitsch-Romantik.Ich verspreche Ihnen keine „Träume aus Gold“. Ich rede über Punzen, Karat, Marktpreise und Schmelzwert.
    „Ein Stein verkauft sich selbst, wenn man ihn richtig liest. Meine Aufgabe ist nicht, Sie zu überreden, sondern dem Material seine Sprache zurückzugeben.“Marcel Querl
    Aus der Praxis

    Wie eine Beratung bei mir abläuft.

    Ich verzichte bewusst auf erfundene Testimonials, im Goldankaufs-Markt sind sie eine Krankheit. Stattdessen ein direktes Wort von mir, wie ein Erstgespräch typischerweise abläuft.

    In zwei Jahrzehnten habe ich gelernt: kein Bewertungs­termin ist wie der vorherige. Ein Mensch, der einen geerbten Ehering der Mutter bewertet haben möchte, braucht eine andere Tonlage als ein Händler-Kollege, der eine schwierige Provenienz­frage zu klären hat. Ein Erbschafts­termin mit drei Geschwistern braucht eine andere Atmosphäre als die nüchterne XRF-Prüfung einer Barren-Lieferung. Was alle Termine gemeinsam haben, ist die Reihenfolge.

    Der erste Kontakt.

    Sie schicken mir Fotos, Gesamtansicht, Detail der Punze, gerne ein zweites Foto unter Tageslicht. Falls Etui, Papiere oder Stamm­buch vorhanden: Foto davon dazu. Innerhalb von 24 Stunden bekommen Sie eine erste, vorsichtige Einschätzung mit einer Spanne, nicht mit einer Punkt­zahl. Eine Punkt­zahl ohne Stein in der Hand ist Ratespiel, und das mache ich nicht.

    Das Bewertungs­gespräch.

    Wir verabreden einen Termin, Hausbesuch bei größeren Beständen, versicherter Versand bei einzelnen Stücken, persönliches Gespräch nach Mülheim-Eröffnung. Vor Ort bekommen Sie keine Show, sondern einen Tisch, eine Lupe und einen Bewerter, der laut denkt. Sie sehen, was ich sehe. Sie hören, warum ich was sage. Am Ende steht eine Zahl auf Papier, kein „ich melde mich morgen“.

    Nach dem Termin.

    Sie nehmen die Bewertung mit nach Hause. Sie reden mit Geschwistern, Steuerberatern, dem eigenen Bauchgefühl. Wenn Sie verkaufen wollen, ist mein Angebot zwei Wochen verbindlich. Wenn nicht, bleibt der Beleg, und Sie haben für einen späteren Termin oder eine Versicherungs­frage eine dokumentierte Einschätzung. Es entstehen keine Kosten und keine Bindung.

    „Die beste Bewertung ist die, nach der der Kunde mehr weiß als vorher, egal, ob er am Ende verkauft oder nicht.“Marcel Querl

    Ein letztes Wort zu Bewertungen, die nicht zum erhofften Ergebnis führen: Ich erlebe regelmäßig, dass ererbte Stücke weniger wert sind, als die Familie angenommen hat, vergoldete Ketten statt 18-Karat, Glas­imitate statt Smaragde, Pressbernstein statt baltischer Naturware. Das sind die schmerzhaften Termine. Ich versuche dabei nicht, mit Werbespeech über das Ergebnis hinwegzutrösten, sondern es ruhig zu erklären: was es ist, woran ich es sehe, was es trotzdem wert ist, emotional wie materiell. Eine Familien­geschichte verliert nicht ihren Wert, nur weil das Material weniger wert ist als gedacht.

    Privat

    Was ich selbst sammle.

    Ein Bewerter ohne eigene Liebhaberei wird nüchtern, und am Ende blind für das, was Schmuck eigentlich ist. Ein kurzer Blick in meine private Vitrine.

    Wer 20 Jahre lang am Bewertungstisch sitzt, entwickelt unweigerlich eine eigene Liebhaberei. Bei mir sind das besondere Inklusen: Pflanzen­reste, kleine Wesen, Luftblasen aus einer Zeit, in der es noch keine Menschen gab. Ein Stück Bernstein mit einer 40 Millionen Jahre alten Mücke darin in der Hand zu halten ist nach zwei Jahrzehnten unverändert das, was diesen Beruf zusammenhält.

    Bernstein-Stück mit gut sichtbarer Insekten-Inkluse aus Marcel Querls privater Sammlung — eine 40 Millionen Jahre alte Mücke eingeschlossen in baltischem Sukzinit.
    Aus der eigenen Sammlung, nicht Teil des Sortiments.

    Diese Stücke werden Sie auf keiner Ankaufs-Liste finden. Sie sind die Erinnerung daran, dass Schmuck nie nur Material ist, und dass auch der nüchternste Bewerter ein wenig Liebhaberei braucht, um seinen Beruf zwei Jahrzehnte lang ohne Zynismus zu überstehen.

    Standort: Bredeney → Mülheim

    Das Ladengeschäft in Essen-Bredeney ist seit dem 30. April 2026 geschlossen. Die Neueröffnung in Mülheim an der Ruhr ist für Ende 2026 vorgesehen. Wichtig: Im ehemaligen Ladenlokal Bredeney sind heute andere Ankäufer ansässig, die nicht in Verbindung zu Kronjuwelier stehen.

    In der Übergangsphase erfolgen Bewertungen per Foto-Upload, telefonisch nach Termin oder bei größeren Beständen als Hausbesuch. Festnetz: 0201 89074033 · Mobil: 0176 60926047 · info@kronjuwelier.de

    Häufige Fragen

    Was Sie über mich fragen: bevor Sie kommen.

    Sieben Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden, ehe ein erster Termin zustande kommt. Kurz und ohne Marketing-Polster beantwortet.
    Wie lange sind Sie schon im Beruf?

    Rund 20 Jahre, ohne Pause, ohne Branchenwechsel. Begonnen Mitte der 2000er mit Schmuck und Edelmetallen, spätere Spezialisierung auf Edelsteine und Bernstein, seit etwa zehn Jahren Schwerpunkt Bewertung statt Handel. Eine ausführlichere Vita finden Sie im Abschnitt Werdegang.

    Sind Sie tatsächlich der Marcel aus der NDR-Doku?

    Ja. „Die Bernstein-Connection“, ausgestrahlt 2015 in der NDR-Reihe die nordstory, ist mein bekanntestes TV-Porträt, ein Blick auf den deutschen Bernsteinmarkt zwischen Ostsee, Polen und Endkunden-Fallen. Daneben gab es Beiträge bei RTL, Sat.1 und RTL 2 zu Schmuck- und Edelmetall-Themen.

    Sind Sie spezialisiert auf bestimmte Stein-Familien?

    Ja, mein Schwerpunkt liegt auf Edelsteinen (Rubin, Saphir, Smaragd, Padparadscha) und Bernstein. Bei Diamanten arbeite ich nach 4-Cs und ziehe bei größeren Steinen GIA- oder Schweizer Labor-Zertifikate hinzu. Bei besonders ungewöhnlichen Steinen (Paraiba, Alexandrit) bin ich Ihr direkter Ansprechpartner; bei kommerziellen Stein­klassen ohne Auffälligkeit ist ein günstigerer Kollege ehrlicher.

    Was kostet eine Bewertung bei Ihnen?

    Eine Erstbewertung mit Verkaufs-Perspektive ist kostenfrei: unabhängig davon, ob Sie am Ende verkaufen. Für reine Gutachtens-Bewertungen ohne Verkaufs­absicht (Versicherung, Erbteilung, Gericht) bespreche ich vorab eine pauschale Aufwands­vergütung, abhängig von Komplexität und Stein­zahl. Das klären wir vor dem Termin, nicht danach.

    Kann ich auch ohne Verkaufs­absicht zu Ihnen kommen?

    Ja, ausdrücklich. Ein erheblicher Teil meiner Termine sind Bewertungen, die nie zu einem Verkauf führen, Erbschafts­auseinandersetzungen, Versicherungs­dokumentation, Familien­klarheit. Mein Beruf ist Bewerten, nicht Ankaufen. Wenn Sie nicht verkaufen wollen, sagen Sie es einfach am Anfang, das ändert die Tonlage des Gesprächs nicht.

    Wo finde ich Sie aktuell: das Ladenlokal in Bredeney ist doch zu?

    Bredeney ist seit dem 30. April 2026 geschlossen, Mülheim eröffnet Ende 2026. In der Übergangsphase laufen Bewertungen per Foto-Upload, telefonisch und als Hausbesuch bei größeren Beständen. Wichtig: im früheren Ladenlokal in Bredeney sind heute andere Ankäufer tätig, diese stehen in keiner Verbindung zu mir. Bitte nicht verwechseln.

    Arbeiten Sie auch für Händler-Kollegen?

    Ja, ein kleiner, aber stabiler Anteil meiner Arbeit ist die Beratung anderer Juweliere und Ankäufer bei schwierigen Stein- oder Provenienzfragen. Diese Aufträge laufen unter strenger Kollegen-Diskretion und werden auf der Website nicht näher ausgewiesen. Anfragen aus dem Fachhandel gerne direkt per E-Mail.

    Foto-Bewertung anfragen.

    Schicken Sie Fotos vom Stück, gerne ein Detail der Punze, und, falls vorhanden, Etui oder Papiere. Antwort innerhalb 24 Stunden, mit einer ersten Einschätzung und einem Termin-Vorschlag (Hausbesuch, versicherter Versand oder persönliches Gespräch).

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